Sonntag, 8. Juli 2007

yourcha -- Bewerbungen mal anders

Dies ist ein von trigami vermittelter bezahlter Eintrag Hinweis: Dies ist ein von trigami vermittelter bezahlter Eintrag.

yourcha ist ein neues Portal für Stellensuchende und Stellenanbieter, also das typische arbeitsloser Bewerber vs. Arbeitgeber Verhältnis. Jedoch dreht yourcha den Spiess um: habe ich einmal mein Profil hinterlegt bewerben sich Unternehmen bei mir. Und die Unternehmen finden auf der Plattform ihre Talente von morgen.

Ich muss, um die Plattform nutzen zu können, mir einen persönlichen Registrierungscode anfordern. Also tu' ich das und warte. Während ich warte suche ich mal ein wenig bei Google nach yourcha -- dazu aber später. Nur wenige Sekunden nach der Anforderung des Registrierungscodes ist dieser auch schon in meiner Mailbox gelandet. Sicher automatisiert, denn ich bin sicher Sonntags um 11:45h verschickt diese keiner von Hand. Wozu also das Ganze? Nicht sehr usable... und auch nicht wirklich vertrauenserweckend wie der Titel der Mail zeigt:



Ein wenig mehr sorgfalt würde ich mir an dieser Stelle schon wünschen, schliesslich soll ich yourcha nachher meine persönlichen Daten übermitteln.

Ich beginne also mit der Registration. Diese geht schnell von der Hand, keine ewigen Formulare und Schritte. Auch wird hier wie auf der ganzen Site auf die Hilfe-Hotline aufmerksam gemacht und ausdrücklich darauf hingewiesen, dass meine Daten vertraulich behandelt werden und nicht weitergegeben werden.
Abgeschlossen wird meine Registration mit einer weiteren Bestätigungsmail zum Double-opt-in.

Bei yourcha selbt eingeloggt werde ich nun mit meinem Message-Center konfrontiert. Das ist selbstverständlich leer, da ich ja noch kein Profil hinterlegt habe und somit sich noch niemand bei mir melden konnte. Wesentlich sinnvoller fände ich hier wenn mich die Site durch die Profilerstellung führen würde.

Nun möchte ich meine persönlichen Daten ändern bzw. anpassen. Leider muss ich das nach genau einem Versuch abbrechen, da man nur Deutschland als Land zu den persönlichen Daten angeben kann. Tja, schade drum. So besteht aber schon nicht die Gefahr, dass ich Snail-Mail Spam bekomme. Charme in diesem Zusammenhang hat jedoch die Nachricht, die ich wenig später unter Hinweise rechts-oben auf der Seite finde... für mich ist die Plattform also nicht wirklich gemacht.

Meine eigentlichen Profildaten sind in berufsbezogene und den Lebenslauf getrennt. Hier findet man nichts aussergewöhnliches. Bei den berufsbezogenen Daten bekomme ich jedoch schon wieder einen Fehler angezeigt. Erst nach zwei Versuchen merke ich, dass das Formular im nicht sichtbaren Bildschirmbereich weiter geht und ich dort auch noch Angaben machen muss. Wozu dann mittendrin der 'Übernehmen' Button steht weiss ich nicht. Beim Lebenslauf klappt aber alles soweit.

Gut... nun bin ich also bei yourcha im Pool der 'Arbeitssuchenden'. Da es Sonntag Mittag ist erwarte ich nicht sofort Kontakt- oder Stellenangebote, also schaue ich mal noch ein wenig auf der Seite rum.

Aus Arbeitnehmer-Sicht stellt yourcha gemäss Slogan 'alles auf den Kopf'. Anonymität scheint wirklich gross geschrieben zu sein, die FAQ weisen extrem oft darauf hin. Und für den Arbeitssuchenden ist yourcha kostenlos.
Für den Arbeitgeber kann yourcha jedoch sehr schnell recht teuer werden. Ein Angebot an einen Arbeitnehmer kostet €50, wird dieses Angebot dann auch noch angesehen werden noch einmal €50 fällig. Jeweils exkl. MwSt.

Hinter der yourcha AG stehen Sven Reuter und Dr. Jan von Schwanewede. Im Aufsichtsrat sitzen Ulrich Just, Michael Felzer und Torsten Laufenberg. Alles scheint eng mit der Global Media GmbH und Global Group AG zusammen zu hängen, die Postadressen der Firmen sind gleich.

Die Global Group AG rühmt sich auf jeden Fall damit, dass sie den grössten Adressdatensatz Europas besitzt. Woher die Daten kommen weiss man nicht. Vielleicht teilweise von Services wie yourcha?
Da ich hier wohl einer der letzten Reviewer von yourcha bin möchte ich eigentlich nur auf die Google-Suche nach yourcha verweisen, möge sich jeder selbst seine Gedanken dazu machen.

Für mich auf jeden Fall bleibt ein fader Nachgeschmack. Zum Glück konnte ich meine Adresse nicht angeben. Bleibt mir wenigstens der mögliche Spam aus dieser Quelle vorenthalten. Die Idee von yourcha mag ja gut sein, jedoch traue ich Unternehmen wie Monster oder Stepstone einfach mehr.

Kommentare:

Sergej hat gesagt…

Weil sie meine Adresse bzw. Telefonnummer haben wollten, hab ich auch die Rezension abgesagt. Zumindest für die Tester hätten sie einen Account einrichten können.

eLd0raDo hat gesagt…

Guter Punkt! Ein Account fuer alle Tester haette es auch getan. Aber dann haetten ja weniger Adressen gesammelt werden koennen.

Ein Review eines Jobportals kann sich sowieso nur auf die administrativen Prozesse beschraenken, weil man ja innerhalb der Reviewzeit eh kein Jobangebot bekommt.

yourcha(r) Weblog hat gesagt…

Hallo,
in den vergangenen Wochen erschienen in zahlreichen Blogs Einträge zu yourcha.
Auf der Seite http://blog.yourcha.com nehmen wir dazu offiziell Stellung und gehen detailliert auf die veröffentlichten Beiträge ein.

eLd0raDo hat gesagt…

Die Stellungnahme von yourcha finde ich ehrlich gesagt positiv. Und dass sie sich das Feedback zu Herzen nehmen.

Au fjeden Fall eine anständige Aktion.

Anonym hat gesagt…

Trotz blog ändert sich nicht viel an der Tatsache, dass hinter Global Group und Yourcha die selben Leute stecken. Und obwohl Global wohl legale Geschäfte betreibt ist der Adresshandel doch sehr unangenehm ...